Candida: 10 typische Symptome einer Candida-Infektion

Candida: 10 typische Symptome einer Candida-Infektion

Candida sind Hefepilze, die natürlicherweise auf und im menschlichen Körper vorkommen können – unter anderem im Mund, im Darm und auf der Haut. Erst wenn sich Candida unter bestimmten Bedingungen stark vermehrt oder in Gewebe eindringt, kann daraus eine Infektion entstehen.

Die Beschwerden hängen stark davon ab, welcher Körperbereich betroffen ist. Eine Candida-Infektion kann beispielsweise im Mund, im Genitalbereich, auf der Haut oder – bei schwer kranken Menschen – im Blut und in anderen Organen auftreten.

Wichtig: Viele Beschwerden, die im Internet mit „Candida im Körper“ in Verbindung gebracht werden, sind nicht spezifisch für Candida. Müdigkeit, Blähungen oder Verdauungsbeschwerden allein beweisen beispielsweise keine Candida-Infektion.

10 typische Symptome

1. Weißliche Beläge im Mund

Eines der charakteristischsten Zeichen einer oralen Candida-Infektion (Mundsoor) sind cremig-weiße Beläge oder Flecken auf der Zunge und an der Innenseite der Wangen.

Die Beläge können auch am Gaumen, Zahnfleisch oder im Rachen auftreten. Beim Abstreifen kann die darunterliegende Schleimhaut gerötet sein und teilweise leicht bluten.

2. Brennen oder Schmerzen im Mund

Mundsoor kann mit einem brennenden, empfindlichen oder schmerzenden Gefühl einhergehen.

Manche Betroffene beschreiben außerdem ein ungewöhnliches Gefühl im Mund oder eine Veränderung des Geschmacks.

3. Schluckbeschwerden

Wenn sich eine Candida-Infektion vom Mund in die Speiseröhre ausbreitet, können Schmerzen beim Schlucken oder Schluckbeschwerden auftreten.

Auch das Gefühl, dass Nahrung im Hals oder hinter dem Brustbein stecken bleibt, kann vorkommen. Eine solche Situation sollte medizinisch abgeklärt werden.

4. Juckreiz im Genitalbereich

Bei einer vaginalen Candida-Infektion gehört intensiver Juckreiz im Bereich der Vagina und Vulva zu den typischen Beschwerden.

Häufig kommen Reizung, Rötung und ein brennendes Gefühl hinzu.

5. Brennen beim Wasserlassen oder Geschlechtsverkehr

Eine vaginale Candida-Infektion kann zu Brennen führen – insbesondere beim Wasserlassen oder beim Geschlechtsverkehr.

Auch Schmerzen und eine erhöhte Empfindlichkeit des betroffenen Bereichs können auftreten.

6. Weißlicher, dicklicher Ausfluss

Bei vaginaler Candidose kann ein dicker, weißlicher Ausfluss auftreten, der häufig als quark- oder hüttenkäseartig beschrieben wird.

Typischerweise ist der Ausfluss dabei nicht stark übelriechend. Ein unangenehmer oder ungewöhnlicher Geruch kann dagegen auf eine andere Ursache hinweisen.

7. Rötung und Schwellung

Candida kann an betroffenen Schleimhäuten eine deutliche Rötung, Reizung und Schwellung verursachen.

Bei stärkeren vaginalen Infektionen können zusätzlich kleine Risse oder wunde Stellen entstehen.

8. Rissige Mundwinkel

Eine Candida-Infektion kann mit Rötung und Rissen an den Mundwinkeln verbunden sein.

Dieses Erscheinungsbild wird als Mundwinkelrhagade bezeichnet und kann verschiedene Ursachen haben. Candida ist daher eine mögliche, aber nicht die einzige Erklärung.

9. Rötungen und Hautreizungen in Hautfalten

Candida kann auch Hautbereiche betreffen, in denen es warm und feucht ist. Dazu gehören beispielsweise Hautfalten.

Mögliche Beschwerden sind Rötung, Brennen, Juckreiz und eine gereizte Hautoberfläche. Candida kann außerdem bestimmte Haut- und Nagelbereiche infizieren.

10. Wiederkehrende Candida-Infektionen

Wenn Candida-Infektionen immer wieder auftreten, sollte nach möglichen begünstigenden Faktoren gesucht werden.

Dazu können unter anderem Antibiotika, schlecht eingestellter Diabetes, bestimmte Medikamente, Schwangerschaft oder eine geschwächte Immunabwehr gehören. Bei vier oder mehr vaginalen Episoden pro Jahr spricht man von wiederkehrender bzw. rezidivierender vulvovaginaler Candidose und eine ärztliche Abklärung ist besonders sinnvoll.


Candida und der Darm – was ist tatsächlich bekannt?

Das Thema „Candida im Darm“ wird im Internet häufig mit sehr unterschiedlichen Beschwerden in Verbindung gebracht.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen:

Candida als Bestandteil der normalen Mikroflora
und
einer nachgewiesenen Candida-Infektion.

Candida kann bei gesunden Menschen vorkommen, ohne Beschwerden zu verursachen. Ein Nachweis von Candida bedeutet deshalb nicht automatisch, dass eine behandlungsbedürftige Infektion vorliegt.

Auch unspezifische Beschwerden wie Blähungen, Müdigkeit oder wechselnde Verdauung sind allein kein ausreichender Beleg für eine Candida-Infektion.

Welche Faktoren können Candida begünstigen?

Bestimmte Situationen können das Risiko für Candida-Infektionen erhöhen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Antibiotikabehandlungen

  • bestimmte Kortikosteroide

  • schlecht eingestellter Diabetes

  • geschwächte Immunabwehr

  • Schwangerschaft bzw. erhöhte Östrogenspiegel

  • bestimmte medizinische Behandlungen

  • Feuchtigkeit und Reibung in Hautfalten

Antibiotika können beispielsweise die normale mikrobielle Balance verändern und dadurch das Wachstum von Candida begünstigen.

Candida oder etwas anderes?

Viele Beschwerden sehen ähnlich aus.

Juckreiz und Ausfluss können beispielsweise durch Candida, bakterielle Vaginose oder andere Infektionen verursacht werden. Auch weißliche Veränderungen im Mund können verschiedene Ursachen haben.

Deshalb ist besonders bei erstmaligen, starken oder wiederkehrenden Beschwerden eine medizinische Abklärung sinnvoll.

Wie wird Candida diagnostiziert?

Die Diagnose hängt davon ab, welcher Körperbereich betroffen ist.

Bei Mundsoor kann die typische Veränderung häufig direkt untersucht werden. Bei Bedarf kann eine Probe bzw. ein Abstrich mikroskopisch untersucht werden. Bei Verdacht auf eine Beteiligung der Speiseröhre können weiterführende Untersuchungen erforderlich sein.

Bei vaginalen Beschwerden kann eine Untersuchung des betroffenen Bereichs und gegebenenfalls eine Laboruntersuchung helfen, Candida von anderen Ursachen zu unterscheiden.

Was tun bei Verdacht auf Candida?

Bei erstmaligen oder ungewöhnlichen Beschwerden sollte zunächst geklärt werden, ob tatsächlich Candida die Ursache ist.

Besonders wichtig ist eine Abklärung bei:

  • starken oder zunehmenden Beschwerden

  • wiederkehrenden Infektionen

  • Fieber

  • Schmerzen im Unterbauch oder Becken

  • Schwierigkeiten beim Schlucken

  • ausgedehnten Hautveränderungen

  • Schwangerschaft

  • geschwächter Immunabwehr

  • Beschwerden, die trotz Behandlung bestehen bleiben

Bei Menschen mit stark geschwächter Immunabwehr können Candida-Infektionen wesentlich ernster verlaufen. Eine invasive Candidose kann Blut und innere Organe betreffen und gehört in ärztliche Behandlung.

Candida und natürliche Pflanzenstoffe

Pflanzen wie Knoblauch, Oregano, Thymian oder bestimmte andere Kräuter werden traditionell im Zusammenhang mit Pilzen und Mikroorganismen verwendet. Für einzelne Pflanzenstoffe existieren außerdem Labor- und experimentelle Untersuchungen.

Laborwirkung ist jedoch nicht automatisch mit einer nachgewiesenen Wirkung beim Menschen gleichzusetzen.

Natürliche Produkte sollten deshalb nicht als Ersatz für eine notwendige medizinische Behandlung einer bestätigten Candida-Infektion dargestellt werden.

Fazit

Zu den typischen Beschwerden einer Candida-Infektion gehören je nach betroffenem Körperbereich unter anderem:

  1. Weißliche Beläge im Mund

  2. Brennen oder Schmerzen im Mund

  3. Schluckbeschwerden

  4. Juckreiz im Genitalbereich

  5. Brennen beim Wasserlassen oder Geschlechtsverkehr

  6. Weißlicher, dicklicher Ausfluss

  7. Rötung und Schwellung

  8. Rissige Mundwinkel

  9. Hautreizungen in feuchten Hautbereichen

  10. Wiederkehrende Candida-Infektionen

Der wichtigste Punkt: Candida kann ganz unterschiedliche Beschwerden verursachen, aber nicht jede Verdauungs-, Haut- oder Müdigkeitsbeschwerde ist automatisch Candida.

Eine gezielte Diagnose hilft dabei, zwischen einer tatsächlichen Candida-Infektion und anderen möglichen Ursachen zu unterscheiden.

Häufige Fragen

Kann Candida im Körper normal sein?
Ja. Candida kann natürlicherweise auf und im Körper vorkommen. Ein bloßer Nachweis bedeutet daher nicht automatisch eine Erkrankung.

Ist Candida immer gefährlich?
Nein. Viele Candida-Infektionen sind lokal und behandelbar. Invasive Candida-Infektionen können dagegen schwerwiegend sein und betreffen vor allem Menschen mit bestimmten Risikofaktoren.

Kann Candida Müdigkeit verursachen?
Müdigkeit ist kein spezifisches Zeichen einer Candida-Infektion. Bei anhaltender Müdigkeit sollten auch andere mögliche Ursachen berücksichtigt werden.

Kann Candida im Darm Blähungen verursachen?
Candida kann im Verdauungstrakt vorkommen. Blähungen allein beweisen jedoch keine Candida-Infektion und haben zahlreiche andere mögliche Ursachen.

Wann sollte man Candida ärztlich abklären lassen?
Insbesondere bei erstmaligen Beschwerden, wiederkehrenden Infektionen, starken Symptomen, Schwangerschaft, geschwächter Immunabwehr oder fehlender Besserung nach einer Behandlung ist eine medizinische Abklärung sinnvoll.

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